Forschungs- & EntwicklungstechnikerIn

Andere Bezeichnung(en): F&E-TechnikerIn

 

Berufsbeschreibung

Forschungs- & EntwicklungstechnikerInnen in der Forschung befassen sich in der Regel mit Fragen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung, während EntwicklungstechnikerInnen eher in Bereichen der (industriellen oder gewerblichen) Anwendung an der Entwicklung von neuen oder an der Verbesserung von bestehenden Produkten, Materialien oder Verfahren arbeiten (z. B. Verbesserung, Optimierung, Leistungssteigerung, Kostensenkung).

Aufgrund der hohen Kosten findet in Österreich wissenschaftliche Grundlagenforschung vor allem an Universitäten und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und nur in sehr kleinem Umfang in der Privatwirtschaft statt. In der Privatwirtschaft wird vor allem angewandte Forschung betrieben, also Forschung die eine direkten praktischen Umsetzung der Ergebnisse in neuen oder weiterentwickelten Produkten oder Verfahren zum Ziel hat. Forschungs- und EntwicklungstechnikerInnen arbeiten in der Regel in interdisziplinären Projektgruppen und Teams bestehend aus verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten und Assistenzkräften.

Forschungs- & EntwicklungstechnikerInnen sind mit der Erforschung, Entwicklung, Umsetzung und Implementierung von z. B. Produktinnovationen, neuen Produktionsverfahren oder neuen Materialien und Werkstoffen befasst. Sie planen und organisieren die Entwicklungs-, Umsetzungs- und Einführungsphasen. Bei ihrer Arbeit übernehmen sie Leitungs- und Steuerungsaufgaben und arbeiten vor allem eng mit dem Management und der Produktionsleitung, aber auch mit anderen Abteilungen, wie z. B. Kostenrechnung,  Werbung,  Marketing, Vertrieb zusammen.

Sie analysieren die Ausgangslage, entwickeln, planen und kalkulieren die Forschungsvorhaben, stellen die Teams zusammen und erstellen  Budget- und Zeitpläne. Forschungs- & EntwicklungstechnikerInnen führen mit ihrem Team Besprechungen durch und koordinieren und kontrollieren den Fortgang der Arbeiten. Natürlich arbeiten sie selbst auch direkt an den Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit. Je nach Fachbereich führen sie Analysen, Proben,  Experimente und Simulationen durch, stellen beispielsweise Berechnungen über die Zusammensetzung von Stoffen an, entwickeln Prototypen und überwachen Testläufe und Versuchsanordnungen. Ist ein Produkt oder Verfahren bis zur Marktreife entwickelt, begleiten sie die Implementierung im Produktionsprozess.

Beschäftigungsmöglichkeiten finden Forschungs- & Entwicklungs-TechnikerInnen an Universitäten und wissenschaftlichen Instituten, in Industrie- und Gewerbebetrieben aller Branchen sowie in Bereichen der technischen Prüfung und Kontrolle. Weiters sind sie in beratenden Funktionen tätig, z. B. als KonsulentInnen, GutachterInnen und ähnliches.

Forschungs- & EntwicklungstechnikerInnen arbeiten mit Computer und Laptops, mit speziellen technischen und mathematischen  Software- und Modellierungs- und Simulationsprogrammen und hantieren mit Druckern, Scannern, Fax- und Kopiergeräten. Darüber hinaus verwenden sie unterschiedlichste Geräte, Werkzeuge und Maschinen, je nach dem, ob sie eher im ingenieurwissenschaftlichen, chemischen oder physikalischen Bereich tätig sind. Sie führen wissenschaftliche Unterlagen und Dokumentationen, Zeit- und Terminpläne, Memos, Forschungsberichte und Studien und dergleichen und lesen Fachliteratur und Fachjournale. Teilweise publizieren sie auch selbst Artikel über Ihre Forschungsarbeiten.

Forschungs- & Entwicklungs-TechnikerInnen arbeiten in den Räumlichkeiten von universitären oder industriellen Forschungszentren, Forschungslaboratorien und Entwicklungsabteilungen. Sie arbeiten im Team mit SpezialistInnen wie InnovationstechnikerInnen, EntwicklungsleiterInnen, BetriebstechnikerInnen, MathematikerInnen oder InformatikerInnen, aber auch mit Fach- und Assistenzkräften aus unterschiedlichen betrieblichen Abteilungen. Sie haben außerdem Kontakt zu den  Marketing- und PR-Abteilungen Ihrer Unternehmen und Institutionen und teilweise auch zu  Medien und Behörden.

  • Forschungen und Entwicklungen im Rahmen von Produktinnovationen, neuen Produktionstechniken und Herstellungsverfahren planen
  • einzelne Forschungs- und Entwicklungsphasen planen, organisieren und durchführen
  • Besprechungen durchführen,  Budget- und Zeitpläne erstellen
  • Prototypen von Produkten bauen, konstruieren, testen
  • physikalische, chemische, technische  Experimente, Tests und Probeläufe durchführen
  • Feedbackanalysen durchführen, Prozesse analysieren
  • Forschungsergebnisse erheben, dokumentieren, auswerten und dokumentieren
  • Forschungsberichte und Studien verfassen, präsentieren und veröffentlichen
  • wissenschaftliche Unterlagen, Journale, Memos, Statistiken etc. führen
  • Universitäten und Fachhochschulen
  • außeruniversitäre Forschungsinstitute
  • Industrie-, Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe aller Wirtschaftszweige und Branchen, z. B.:
    • Chemie, Pharmazie, Kunststoff
    • Elektrotechnik, Elektronik, IT, Computer
    • Fahrzeug- und Maschinenbau, Metallindustrie
    • Mikrotechnik, Feinmechanik, Optik
    • Biotechnik, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 ABC-Analyse Innovationsmanagement Prototyp Qualitätsmanagement Zertifizierung