FacharbeiterIn Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

Andere Bezeichnung(en): Forstgarten- und ForstpflegefacharbeiterIn

 

Berufsbeschreibung

FacharbeiterInnen der Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft säen bzw. setzen Jungbäume aus, ziehen sie auf und forsten Waldstücke auf. Sie pflegen die Baum- und Pflanzenbestände im Wald, schützen sie gegen  Wildverbiss und führen Krankheits- und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen durch. FacharbeiterInnen Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft führen im Forstgebiet verschiedene Instandhaltungsarbeiten an Forststraßen, Wanderwegen, Bächen oder Wassergräben durch. Sie arbeiten in Privat-, Gemeinde-, Landes- oder Bundesbetrieben der Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit BerufskollegInnen, Hilfskräften und ForstwartInnen.

FacharbeiterInnen der Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft sind mit der Aufzucht von jungen Waldbäumen befasst, die bis zu ihrer Verpflanzung im Wald in Forstgärten aufgezogen und gepflegt werden. Sie setzen die Samen und Samenkapseln von Nadelbäumen (z. B. Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer) oder von Laubbäumen (z. B. Buche, Eiche, Linde), die sie im Wald gesammelt haben, in Beeten ein. Der Erde setzen sie Nährstoffe und Düngemittel bei. Sie bewässern den Boden, lockern ihn mit Eggen und Hacken und entfernen Unkraut. Nachdem die jungen Baumpflänzchen ca. 1-2 Jahre gewachsen sind, werden sie in neue Beete umgesetzt, da die Pflanzen zum weiteren Wachstum und zur Ausbildung der Wurzeln mehr Platz brauchen.

Nach vier bis fünf Jahren können die jungen Baumpflanzen in den Wald gebracht und verpflanzt werden. Mit einem Beetrüttelpflug werden die Bäumchen samt den Wurzelballen aus der Erde gehoben, die Erde am Wurzelwerk wird mit einem Rüttler abgeschüttelt. Danach transportieren die FacharbeiterInnen Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft die jungen Bäume in den Wald. Sie bearbeiten den Boden der Aufforstungsflächen durch jäten, lockern und düngen und bereiten mit Winkelhauen oder mit Baggermaschinen die für die Verpflanzung vorgesehenen Stellen vor und setzen die jungen Bäumchen ein. Nach dem Auspflanzen im Wald schützen die FacharbeiterInnen Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft die jungen Bäume gegen  Wildverbiss, indem sie Baumwipfeln, Zweige oder Rinden mit Schutzmittel einstreichen oder die jungen Bäume umzäunen. Bei der Jungwaldpflege entfernen sie Unkraut, versprühen Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel und schneiden die Äste der wachsenden Bäume zurecht. Die Aufforstungs- und Pflegearbeiten im Wald entsprechen auch dem Tätigkeitsfeld von ForstfacharbeiterInnen, siehe auch FacharbeiterIn Forstwirtschaft (Lehrberuf).

FacharbeiterInnen Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft arbeiten mit Samen und Baumpflanzen der unterschiedlichen Laub- und Nadelbaumarten. Dazu setzen sie Hacken, Eggen, Schaufeln, Pflugmaschinen (z. B. Beetrüttelpflüge), Sämaschinen, Schneidegeräten und Motorsägen ein. Zur Wachstumsförderung setzen sie Düngemittel ein und Draht- oder Kunststoffgeflechte und chemische oder natürliche Anstriche zum Schutz der Jungpflanzen

Für die Planung und Dokumentation ihrer Arbeit, der Ernteergebnisse oder auch des Materialverbrauches oder der Arbeits-/Stundenaufzeichnungen setzen sie Computer, Notebooks und Tablets mit entsprechender Bürosoftware ein.

FacharbeiterInnen der Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft sind in privaten oder öffentlichen Forstwirtschaftsbetrieben beschäftigt und arbeiten dabei überwiegend im Freien. Sie arbeiten mit BerufskollegInnen und land- und forstwirtschaftlichen Hilfskräften zusammen und haben Kontakt mit ForstwartInnen, ForstwirtInnen, LandwirtInnen und mit FahrerInnen von forsttechnischen Spezialmaschinen. Die Arbeiten im Forstgarten bzw. im Wald werden vorwiegend von Frühjahr bis Herbst durchgeführt. Viele Betriebe setzen daher FacharbeiterInnen Forstgarten- und Forstpflegewirtschaft über den Winter frei und stellen sie im Frühjahr wieder an.

  • Samen und Samenkapseln (z. B. Zapfen) von Laub- und Nadelbäumen sammeln
  • Samen in Beete einsetzen, Boden düngen und Nährstoffe zusetzen
  • Keimlinge und Jungpflanzen pflegen; Erde lockern und bewässern, Unkraut jäten
  • ein- bis zweijährige Jungbäume in Wachstumsbeete umpflanzen; Jungbäume pflegen, Äste zuschneiden, vor Schädlings- und Krankheitsbefall schützen (z. B. durch Aussprühen von  Chemikalien)
  • vier- bis fünfjährige Jungbäume mit Beetrüttelpflügen und Rüttelmaschinen ausheben, junge Bäume in den Wald zu den Aufforstungsflächen abtransportieren
  • Aufforstungsarbeiten und Pflegearbeiten an Jungwäldern durchführen
  • forstgärtnerische Werkzeuge, Maschinen und Geräte (z. B. Hacken, Rechen, Schaufeln, Pflüge, Sägen) reinigen und warten
  • Privat-, Gemeinde-, Landes- und Bundesbetriebe (Österreichische Bundesforste) der Forstwirtschaft

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Aufforstung Bannwald Bestellungspflicht Botanik Durchforstung Ertragswald Forstgesetz Jungwaldschutz Monokultur Pflanzenveredelung Rodung Wildverbiss

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