Sinologe/Sinologin

Berufsbeschreibung

Der Beruf Sinologe/Sinologin leitet sich von der Studienrichtung der Sinologie ab. SinologInnen beherrschen die chinesische Sprache in Wort und Schrift und beschäftigen sich mit der chinesischen Sprachwissenschaft, der chinesischen Geschichte und Gesellschaft, Politik und Recht sowie mit der chinesischen Literatur und Kunst.

Eine der Hauptaufgaben von SinologInnen ist die Vermittlung ihres Wissens durch Lehre, Unterricht oder durch publizistische Tätigkeiten. Im Bereich der Lehre und Forschung finden sie an Universitäten Beschäftigung. Zudem sind sie auch im Medienbereich z. B. als JournalistIn tätig oder in Bereichen des Fremdenverkehrs sowie in internationalen Unternehmen, die den chinesischen Markt bearbeiten.

SinologInnen im wissenschaftlichen Bereich sind in der Regel auf einzelne Fachgebiete spezialisiert, z. B. literaturgeschichtliche Epochen. Sie erforschen und dokumentieren chinesische Sprach- und Literaturwissenschaften, Politik, Geschichte etc. Die Ergebnisse ihrer Forschungen werden in Form von Aufsätzen in einschlägigen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht und/oder vor wissenschaftlichen Gremien sowie im Rahmen von Vorträgen, Tagungen und Lehrtätigkeiten im universitären Bereich präsentiert.

SinologInnen, die im journalistischen Arbeitsbereich tätig sind,  recherchieren und verfassen Artikel und arbeiten redaktionell an Informationssendungen in Rundfunk und Fernsehen speziell aus dem kulturellen Bereich. SinologInnen führen auch Lektoratsarbeiten für Verlage durch und sind in der Erwachsenenbildung tätig, z. B. Sprachunterricht im Fach Chinesisch. Außerdem sind sie mitunter im diplomatischen Dienst für nationale und internationale Organisationen tätig oder arbeiten im humanitären Bereich, z. B. in der Entwicklungspolitik und -hilfe.

SinologInnen, die in internationalen Wirtschaftsunternehmen beschäftigt sind, die den chinesischen Markt bearbeiten und sich mit dem chinesischen Kulturraum auseinander setzen, pflegen die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und sind häufig im  Consulting tätig. Voraussetzung für diese Tätigkeit ist eine sehr hohe Reisebereitschaft.

SinologInnen sind häufig im unterrichtenden und lehrenden Bereich tätig. Sicheres Auftreten und gute sprachliche Ausdrucksweise sind daher besonders wichtig. Sie hantieren dabei mit Unterrichtsmaterialien und  Medien und müssen auch Aufzeichnungen über die StudentInnen, SchülerInnen bzw. KursteilnehmerInnen führen.

In fast allen Tätigkeitsbereichen ist der Umgang mit EDV- und Telekommunikationseinrichtungen erforderlich (Computer, Laptops und Peripheriegeräten wie Drucker,  Scanner, Fax- und Kopiergeräten). Als Arbeitsgrundlage dienen ihnen sprach- und kulturwissenschaftliche Fachbücher, Studien, Artikel, Lexika und Wörterbücher. Sie verwenden Büromaterial wie Ordner, Mappen, Hefter und führen Datenbanken, Archive, Karteien, Dokumente und Journale.

SinologInnen arbeiten hauptsächlich in der Forschung und Lehre an Universitäten, aber auch im Erwachsenenbildungsbereich (z. B. Sprachunterricht). Sie sind als JournalistInnen tätig (siehe hierzu auch JournalistIn, arbeiten in Archiven oder Bibliotheken (siehe ArchivarIn, BibliothekarIn) oder in Verlagen (siehe auch VerlagslektorIn). Ein wichtiger Berufszweig für SinologInnen ist das Kulturmanagement (siehe z. B. KulturmanagerIn) sowie entwicklungspolitische und humanitäre Projekte. Darüber hinaus sind SinologInnen immer häufiger in internationalen Wirtschaftsunternehmen tätig, wo sie mit in- und ausländischen Fachkräften zusammenarbeiten.

Im Bereich der Lehre und Forschung arbeiten SinologInnen überwiegend in Lehrsälen und Büros. Bei ihrer Tätigkeit im sozialen und kulturellen Bereich sind sie in verschiedenen Sozialeinrichtungen und in Kulturzentren tätig.

Je nach Tätigkeitsbereich arbeiten SinologInnen gemeinsam mit Fachkräften aus den unterschiedlichsten Bereichen und haben häufig speziell im Bereich der Lehre Kontakt zu StudentInnen.

  • Universitäten: im jeweiligen Fachgebiet lehren und forschen, Fachartikel veröffentlichen
  • wissenschaftliche Bibliotheken: Primär- und Sekundärliteratur aus dem Gebiet der Sinologie auswählen und systematisieren
  • wissenschaftliche Dokumentationsstellen: Informationsmaterial und Dokumente besorgen, auswählen, auf EDV speichern und redaktionell bearbeiten
  • journalistische Arbeitsbereiche, Rundfunk- und Fernsehanstalten: Interviews führen, Artikel verfassen,  recherchieren, informative Sendungen aus dem gesamten Kulturbereich abfassen bzw. redaktionell bearbeiten
  • Verlage: Tätigkeiten als VerlagslektorInnen
  • Humanitäres: Tätigkeiten in der Entwicklungspolitik und -hilfe durchführen
  • Kulturmanagement: Kulturveranstaltungen planen, organisieren und durchführen und beratend tätig sein
  • internationale Unternehmen: bilaterale Wirtschaftsbeziehungen pflegen, an Besprechungen/Meetings teilnehmen, Strategien erarbeiten
  • Universitäten, Forschungsinstitute, Institutionen der Erwachsenenbildung
  • Verlage (Buch und Zeitschriften)
  • Bibliotheken, Archive
  • internationale Unternehmen
  • Institutionen der Integrations- und Entwicklungsarbeit
  • für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen (häufig auch freiberuflich)