Streich- und Saiteninstrumentenbau - Streichinstrumente (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

Berufsbeschreibung

Der Beruf des "Geigenbauers" hat eine lange Tradition. Antonio Stradivari (1644 - 1737) ist auch heute noch als der berühmteste Geigenbauer aller Zeiten bekannt. Die Preise für eine echte Stradivari gehen in die Millionen. Streich- und SaiteninstrumentenbauerInnen mit Schwerpunkt Streichinstrumente sind KunsthandwerkerInnen. Sie bauen bzw. reparieren Violinen, Violen, Violoncelli, Kontrabässe und Gamben. Für den Bau dieser Streichinstrumente verwenden sie wertvolle und gut gelagerte Hölzer (z. B. Ahorn und Ebenholz). Auch die Reparatur und Restaurierung der Instrumente gehören zu ihren Aufgaben. Gemeinsam mit ihren KollegInnen arbeiten sie meist in Werkstätten von kleinen und mittleren Gewerbebetrieben des Instrumentenbaus.

Streich- und SaiteninstrumentenbauerInnen im Schwerpunkt Streichinstrumente wissen über die unterschiedlichen Modelle und Bauweisen von Streichinstrumenten wie Violinen, Violen, Violoncelli, Kontrabässe und Gamben bestens Bescheid. Sie wählen die Resonanzhölzer unter Beachtung von Alter, Holzaufbau und Holzstruktur aus. Für das Alter des Holzes reichen in der Regel circa 10 Jahre, wobei eine längere Zeit von Vorteil ist. Die gebräuchlichsten Hölzer für die einzelnen Teile sind das Tannenholz (Rottanne) und das Ahornholz, das Ebenholz sowie Palisander oder Buchsbaum.

Die Instrumente werden in Einzelteile gefertigt und anschließend zusammengebaut (eine Geige besteht z. B. aus  Schnecke, Wirbel, Wirbelkasten, Obersattel, Griffbrett, Decke, Saiten, Steg). Für die einzelnen Teile bearbeiten sie die Hölzer per Hand und mit Maschinen, vor allem durch Sägen, Schneiden, Hobeln und Feilen. Weitere Arbeitstechniken sind Beizen, Lackieren, Polieren, Schleifen sowie das Aufziehen der Saiten. Besondere Aufmerksamkeit kommt auch der Lackierung zu, denn diese soll das Instrument nicht nur für möglichst lange Zeit konservieren, sondern prägt auch den Klang des Instruments entscheidend mit.

Zu den Aufgaben von StreichinstrumentenbauerInnen gehören auch das Einstellen und Reparieren fertiger und älterer/beschädigter Instrumente sowie das Beraten von KundInnen beim Kauf von neuen oder gebrauchten Instrumenten.

StreichinstrumentenbauerInnen zeichnen sich durch handwerkliche Genauigkeit und Geschick ebenso aus wie durch Musikalität und ein gutes Gehör.

Neben den unterschiedlichen Hölzern verwenden StreichinstrumentenbauerInnen für ihre Arbeit verschiedene Arten von Saiten. Bei den Saiten wird unterschieden zwischen unumsponnenen Darmsaiten (für spezielle Instrumente, die Musik in historischer Aufführungspraxis spielen), umsponnenen Darmsaiten (diese sind mit verschiedenen Metalldrähten aus Silber oder Aluminium umsponnen) oder umsponnene Stahlsaiten (bei diesen ist der Stahlkern mit Metall umsponnen). Zu ihren wichtigsten Werkzeugen zählen Sägen, Hobel, Feilen, Zwingen, Ahlen, Klammern, Schnitzmesser und Messwerkzeuge. Außerdem setzen sie verschiedene Hilfsmittel wie Leime, Kleber, Polituren und Lacke ein.

StreichinstrumentenbauerInnen arbeiten überwiegend in Werkstätten kleiner und mittlerer Kunsthandwerksbetriebe. Sie arbeiten mit BerufskollegInnen und MeisterInnen zusammen und haben Kontakt mit KundInnen und LieferantInnen. Je nach Größe des Betriebs haben sie auch Kontakt zu MitarbeiterInnen des Musikalienhandels sowie zu KollegInnen, die in der Herstellung von anderen Instrumenten oder Instrumentenzubehör tätig sind. Weitere Lehrberufe des Musikinstrumentenbaus sind Streich- und Saiteninstrumentenbau - Zupfinstrumente (Lehrberuf), Streich- und Saiteninstrumentenbau - Bogen (Lehrberuf), HarmonikamacherIn (Lehrberuf), Klavierbau (Lehrberuf), Blechblasinstrumentenerzeugung (Lehrberuf), Holzblasinstrumentenerzeugung (Lehrberuf) und Orgelbau (Lehrberuf).

  • technische Unterlagen lesen und anwenden
  • Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden festlegen
  • erforderliche Materialien fachgerecht auswählen, überprüfen und entsorgen
  • Werkstoffe manuell und maschinell bearbeiten
  • Oberflächen behandeln
  • Leime und Kleber anwenden
  • Korpusse, Hälse und sonstige Einzelteile herstellen
  • Bauteile zu Streichinstrumenten zusammenfügen
  • Saiten aufziehen und stimmen
  • Instrumente spielfertig machen
  • Reparaturen ausführen
  • Klein- und Mittelbetriebe des Instrumentenbaus

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Schnecke Zargen

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