RauwarenzurichterIn (Lehrberuf) - Lehrzeit: 2 Jahre

Berufsbeschreibung

RauwarenzurichterInnen verarbeiten rohe Felle durch chemische und physikalische Behandlung zu Pelzen. Sie wählen verschiedene Arten von Fellen wie Nerz, Fuchs, Kaninchen, Schaf usw. aus und bearbeiten diese, um sie zu konservieren und geschmeidig zu machen. Dafür verwenden sie verschiedene Messer und Bürsten sowie Entfleisch- und Schleifmaschinen. Außerdem hantieren sie mit Laugen, Säuren und Gerbstoffen. RauwarenzurichterInnen arbeiten sowohl in gewerblichen als auch in industriellen Rauwarenzurichtungsbetrieben mit ihren ArbeitskollegInnen und Vorgesetzten zusammen. Je nach Betriebsgröße haben sie Kontakt mit KundInnen und LieferantInnen.

Rauwarenzurichtungsbetriebe sind üblicherweise räumlich in Nass- und Trockenwerkstätten geteilt. In der Nasswerkstatt finden die Vorbereitungsarbeiten für die Gerbung und der Gerbvorgang selbst statt. In der Trockenwerkstatt erfolgt die Weiterverarbeitung und Veredelung der Felle. Es hängt von der Betriebsgröße ab, in welchem Bereich RauwarenzurichterInnen eingesetzt werden und welche Tätigkeiten sie verrichten. Die meisten Betriebe sind nicht spezialisiert und verarbeiten sämtliche Arten von Fellen wie z. B. Nerz, Fuchs, Kaninchen, Nutria, Schaf, Waschbär, Katze, Hase, Kalb und Wildschwein.

RauwarenzurichterInnen sortieren die Rohfelle und stellen sie je nach Fellart zu Partien für die Weiterverarbeitung zusammen. Sie weichen die Felle in Bottiche und Fässer mit Waschmittellösungen ein, um sie von Schmutz und Blutresten zu reinigen und entfernen das noch anhaftende Fleisch. Danach beizen sie die Felle, indem sie sie in eine mit Kochsalz und organischen Säuren (vor allem Ameisensäure) versetzte Lösung legen, um das Fasergefüge der Haut aufzulockern.

RauwarenzurichterInnen setzen in Fässern oder Trommeln die Gerblösung an und lassen die Felle 12 bis 24 Stunden darin liegen. Die Rezeptur der Gerblösung richtet sich nach der Fellart, üblicherweise verwenden RauwarenzurichterInnen Alaun (Aluminiumsalze), Chromsalze und synthetische Gerbstoffe. Danach behandeln sie die Felle chemisch und mechanisch, um ihnen die erforderlichen Eigenschaften zu verleihen: RauwarenzurichterInnen fetten die Felle, schneiden sie auf gleichmäßige Dicke und spannen sie zum Trocknen auf. Sie strecken, dehnen und klopfen die Felle, um sie weich und geschmeidig zu machen und schleifen und rauen das verfilzte Haarkleid auf.

RauwarenzurichterInnen verwenden bei ihrer Arbeit Werkzeuge wie Kreismesser und weitere verschiedene Messer, Kämme, Bürsten. Sie arbeiten an und mit Entfleischmaschinen, Schleifmaschinen, Pressen, Nähmaschinen usw. Sie verarbeiten Felle aller Art (z. B. Nerz, Fuchs, Kaninchen, Schaf) und hantieren mit verschiedenen Säuren, Laugen sowie mit organischen und anorganischen Gerb- und Farbstoffen.

RauwarenzurichterInnen arbeiten in gewerblichen und industriellen Werkstätten und Fertigungshallen. Sie arbeiten mit ArbeitskollegInnen sowie mit weiteren Fach- und Hilfskräften zusammen. Je nach Betriebsgröße haben sie Kontakt mit KundInnen und LieferantInnen.

  • Felle in Bottiche und Fässer mit Waschmittellösungen einweichen
  • am Unterhautgewebe noch anhaftende Fleischreste mit Kreismessern oder Entfleischmaschinen entfernen
  • Felle mit Kochsalz oder organischen Säuren beizen und pickeln
  • Gerblösung nach Rezeptur (die Felle bleiben 12 bis 24 Stunden darin liegen) ansetzen
  • die gegerbten Felle chemisch und mechanisch nachbehandeln
  • die Felle fetten, zuschneiden und trocknen
  • die Felle strecken, dehnen und klopfen, um sie weich und geschmeidig zu machen
  • Innenseite mit einer Schleifmaschine glatt schleifen
  • Fellhaare aufrauen, kämmen und bürsten
  • Gewerbliche Gerbereien
  • Klein- und Mittelbetriebe der Leder erzeugenden Industrie (vorwiegend Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Abbalgen