RauchfangkehrerIn (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

Berufsbeschreibung

RauchfangkehrerInnen kehren, reinigen und kontrollieren auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen private, öffentliche und industrielle Feuerungsstätten und Abgasleitungen (Kamine, Schornsteine). Sie erstellen bei nachträglichen Ein- und Umbauten Kaminbefunde, beraten KundInnen in feuerungs- und heizungstechnischen Belangen, in Energiespar-, Umwelt- und Klimaschutzfragen usw. RauchfangkehrerInnen arbeiten bei den KundInnen vor Ort, auf hohen Dächern im Freien, auf Dachböden und in Kellern. Dabei tragen sie Schutzbekleidung. Sie arbeiten in gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben mit BauarbeiterInnen, MitarbeiterInnen von Behörden, BerufskollegInnen und KundInnen zusammen.

"Der Rauchfangkehrerberuf ist eine sehr interessante, abwechslungsreiche aber auch anstrengende Tätigkeit. Zu meinen Tätigkeiten zählen z. B. das Kehren von Rauchfängen und Lüftungen, das Reinigen von Öfen und Zentralheizungskesseln sowie die Befundaufnahme bei neuen Heizungen. Auch bei Heizungsproblemen bin ich in kurzer Zeit vor Ort und finde meistens rasch eine Lösung."
Daniel Kaufmann, Lehrling bei Fa. Ing. Wilhelm Wagner, ibw Fotowettbewerb 2007

Ein wichtiger Aufgabenbereich von RauchfangkehrerInnen ist die Kontrolle von Feuerungsanlagen zu Aspekten des Umwelt- und Klimaschutzes. Dabei nehmen sie Emissionsmessungen (Abgasmessungen) vor und vergleichen diese mit den Sollwerten. RauchfangkehrerInnen beraten KundInnen auch in feuerungs- und heizungstechnischen Belangen, wie beispielsweise Wärmenutzung, Brennstoffeinsparungen, Umweltbelastungen oder Vorbeugung gegen Brände. Sie veranlassen die Sanierung von Rauchfängen und überprüfen Entlüftungsanlagen. Viele ihrer Tätigkeiten sind durch gesetzliche Bestimmungen, wie Kehr- und Feuerpolizeiordnungen festgelegt.

Bevor RauchfangkehrerInnen Kehrarbeiten in einem Wohnhaus durchführen, untersuchen sie den Rauchfangkopf auf allfällige Schäden. Sie öffnen am Dachboden die Kamintüre und putzen den Kamin mit verschiedenen Bürsten. Verstopfte Rauchfänge reinigen sie mit Ableingeräten, das sind ca. 5 kg schwere Eisenkugeln, die, an einer Leine befestigt, in den Kamin eingeführt, bzw. abgeseilt werden. Sie kehren Ruß und Aschenreste weg und schaben und schlagen andere Rückstände ab. Dann verschließen sie die Kamintüre vorschriftsmäßig.

RauchfangkehrerInnen überprüfen Dachboden und Kellerräume auf eventuell vorhandene brennbare Gegenstände. Sie reinigen die Kamine durch Putztüren in den einzelnen Wohnungen, entfernen Rückstände und Ablagerungen mit verschiedenen Werkzeugen und Geräten und kontrollieren Feuerstätten und Verbindungsteile wie Rohre und Kanäle. RauchfangkehrerInnen weisen MieterInnen bzw. EigentümerInnen auf vorgefundene Mängel hin und setzen eine angemessene Frist zur Behebung. All diese Arbeiten vermerken sie im Kehrbuch.

RauchfangkehrerInnen tragen Schutzkleidung wie Kehrjacke, -hose und -kappe und manchmal auch Atemmasken. Sie arbeiten auf Grundlage technischer Unterlagen wie Bauzeichnungen und halten sich an Gesetzestexte und Richtlinien, z. B. bezüglich Sollwerten von Emissionsmessungen (Abgasmessungen). Sie vermerken durchgeführte Arbeiten händisch im Kehrbuch oder benutzen dazu Computer. RauchfangkehrerInnen verwenden zum Reinigen Kehrbesen, Kugel (Ableingerät) und Kratzhammer, Rund- und Stoßbürste, Vierkant- und Rollmeißel, Schöpflöffel, Bürsten aus Stahldraht, wie Kesselbürsten, Schereisen usw. Sie benutzen elektronische Mess- und Prüfgeräte wie Rauchgasthermometer, Temperaturmessgeräte, elektronische Abgasanalysecomputer etc.

RauchfangkehrerInnen arbeiten in handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben mit einem festgelegten Kehrbezirk. Sie arbeiten bei KundInnen auf hohen Dächern im Freien bei jeder Witterung, in Dachböden und Kellern, an Heizungs- und Lüftungsanlagen. RauchfangkehrerInnen arbeiten zumeist eigenständig oder zu zweit mit einer weiteren Fachkraft oder einem Lehrling. Je nach Einsatz haben sie Kontakte zur BauarbeiterInnen, MitarbeiterInnen von Behörden, BerufskollegInnen und KundInnen (Haus- und WohnungseigentümerInnen, MieterInnen usw.).

  • private, öffentliche und industrielle Feuerungsstätten und Abgasleitungen kehren, reinigen und kontrollieren
  • Feuerungsanlagen in Neubauten kontrollieren, Kaminbefunde bei nachträglichen Ein- und Umbauten erstellen
  • sicherheitstechnische Überprüfungen und Messungen vornehmen, z. B. Schadstoffausstoß ( Emission) messen
  • KundInnen in feuerungs- und heizungstechnischen Belangen, in Energiesparfragen etc. beraten und informieren
  • Rauchfänge, Kamine, Schornsteine, und Entlüftungsanlagen auf ihre technische Sicherheit überprüfen
  • technische Daten aufnehmen und dokumentieren
  • baurechtliche Prüfungen und Begutachtungen durchführen
  • Klein- und Mittelbetriebe des RauchfangkehrerInnengewerbes

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