IoT-Entwickler*in

Berufsbeschreibung

IoT-Entwickler*innen sind mit der Konzeption und Entwicklung von IoT-Plattformen und -Anwendungen befasst. Sie entwickeln, programmieren, optimieren, testen und dokumentieren Softwaresysteme und -komponenten für Internet-of-Things (IoT)-Applikationen, welche die Vernetzung von physischen und virtuellen Objekten, Sensoren und eingebetteten Systemen (embedded Systems) ermöglichen.

IoT-Entwickler/innen arbeiten in IT-Abteilungen von Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche, die Internet-of-Things-Applikationen einsetzen, sowie in Bereichen der öffentlichen  Verwaltung. Sie arbeiten eigenständig sowie im Team mit IT-,  Software- und Data-Spezialist*innen und stehen in engem Austausch mit ihren Kund*innen und Auftraggeber*innen.

Die  Digitale Transformation bringt mit Schlagworten wie "Industrie 4.0" "Smart Homes" oder "Smart City" zahlreiche neue Technologien mit sich. Eine davon ist IoT - "Internet of Things" - Das "Internet der Dinge".

Anwendungen für  Industrie 4.0, Smart Cities und Internet of Things erzeugen riesige Mengen an  Sensor- und Gerätedaten, die nahezu in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Bei einer zentralen Datenverarbeitung werden diese Datenströme von den Geräten hin zu einer zentralisierten Cloud und wieder zurück transportiert; hier drohen Zeit- und Datenverluste. Bei Edge Computing können Maschinen- und Sensordaten direkt vor Ort gespeichert, verarbeitet und analysiert werden - in der Fertigungshalle, im autonomen Fahrzeug oder im Containerschiff, sodass KI-basierte Geräte und Maschinen in Echtzeit reagieren können. Fach- und Führungskräfte der Informationstechnik werden sich darauf vorbereiten, künftig immer mehr Anwendungen im Bereich Edge Computing zu entwickeln.

IoT-Entwickler*innen sind für die Konzeption und Entwicklung von Internet-of-Things-Applikationen verantwortlich, mit denen unterschiedliche Sensoren und eingebettete Systeme, die zur Datenerfassung beitragen, vernetzt werden können. Sie realisieren die geplanten IoT-Plattformen und -Anwendungen nach Vorgaben der Kund*innen und setzen dabei innovative Technologien wie Edge Computing oder  Künstliche Intelligenz ein. Dazu führen sie zunächst Anforderungsanalysen durch und erstellen Machbarkeitsstudien für die Implementierung von IoT-Lösungen.

Im Rahmen von "Industrie 4.0" (der vierten industriellen Revolution) sind Industrieunternehmen dabei, ihre gesamte Wertschöpfungskette zu digitalisieren und zu vernetzen. IoT-Entwickler*innen entwickeln hier  Software für intelligente Produktionsstätten (Smart Factories), in denen beispielsweise Roboter planen und kommunizieren, Maschinenteile anheben, richtig positionieren und z. B. verschrauben oder verschweißen können. Mittels Sensoren werden Maschinen demnächst ihre Ersatzteile selbst ordern, einen Techniker bestellen oder Roboter in einer anderen Fabrik um Hilfe bitten können, wenn der Engpass am eigenen Standort nicht alleine zu bewältigen ist.

Im Bereich der Finanz- und Versicherungswirtschaft hilft IoT dabei, Versicherungsrisiken einzuschätzen, kostspielige Schadensregulierungen zu vermeiden und nutzungsbasierte Tarife zu berechnen. Zu diesem Zweck sammeln immer mehr vernetzte Geräte Daten. Beispielsweise übertragen in Fahrzeuge integrierte Sender wichtige Daten zum Fahrverhalten, Smart-Home-Geräte warnen vor Wasseraustritten, wodurch weitreichendere Schäden vermieden werden können, und Infrarotkameras minimieren das Auftreten von Bränden in Industrieanlagen.

IoT-Entwickler*innen entwickeln darüber hinaus auch Frontends und Dashboards weiter, definieren geeignete Schnittstellen zu Smartphones und Tablets. Nach dem systematischen Testen der IoT-Applikationen werden diese implementiert, sodass sich Geräte mit ihnen vernetzten können. Während des gesamten Entwicklungsprozesses arbeiten IoT-Entwickler*innen in enger Abstimmung mit Projekt- und Entwicklungsleiter*innen sowie UX/UI-Designer*innen zusammen.

IoT-Entwickler*innen arbeiten mit Computer/PC-Stationen, Computer-Netzwerken, Laptops, Tablets und zugehörigen Hardware-Peripheriegeräten und üblichen Bürogeräten (Drucker,  Scanner, Kopierer).

Sie verwenden facheinschlägige Unterlagen wie z. B.: Entwicklungskonzepte, Benutzerhandbücher, Testprotokolle, Softwaredokumentationen, Entwicklungssoftware, und arbeiten mit Programmiersprachen wie z. B. Java oder C++, Phyton, sowie mit verschiedenen IoT-Plattformen, Embedded Systems, Sensoren, Cloud-Services und Datenbanksystemen.

IoT-Entwickler*innen arbeiten in erster Linie in Büros an modernste ausgestatteten Computerarbeitsplätzen und sie halten sich weiters in betrieblichen Räumlichkeiten wie Besprechungszimmer, Schulungsräume und dergleichen auf. Mitunter arbeiten sie bei ihren Kunden/Auftraggeber*innen vor Ort.

Berufe im IT-Bereich bringen oftmals unregelmäßige Arbeitszeiten (inkl. Abend-/Nacht-, Wochenendarbeit) mit sich, je nach Projekt, Abschluss, Testphasen, im Rahmen von IT-Notfällen (z.B. Hackings).

Sie arbeiten im Team mit verschieden Fachkräften und Spezialist*innen wie z. B. IT-,  Software- und Data-Spezialist*innen und kommunizieren eng mit anderen Fachteams, betrieblichen Abteilungen sowie mit ihren Vorgesetzten, Kund*innen/Auftraggeber*innen.

  • Internet-of-Things-Applikationen konzipieren und entwickeln
  • Anforderungen der Auftraggeber analysieren
  • Machbarkeitsstudien für die Implementierung von IoT-Lösungen erstellen
  • Abstimmung mit Product Ownern, Projektleiter*innen
  • Abstimmungen mit UX-Designer*innen sicherstellen
  • Frontends und Dashboards für IoT-Plattformen und -Anwendungen erstellen, testen, optimieren
  • geeignete Schnittstellen zu Smartphones und Gateways definieren
  • digitale Zwillinge von physischen Produkten entwerfen
  • systematische Testphasen für die IoT-Applikationen durchführen
  • IoT-Applikationen implementieren und Geräte vernetzen
  • mobile Apps für IoT-Anwendungen entwickeln
  • Kund*innen/Auftraggeber*innen, Vorgesetzte, Mitarbeiter*innen bezüglich IoT-Anwendungen beraten, betreuen, schulen
  • technische Dokumentationen erstellen
  • IT-Abteilungen von Unternehmen und Organisationen verschiedener Branchen, z. B.:
    - Industrie
    - Energie
    - Transport, Verkehr
    - Handel, Tourismus
    - Dienstleistungen, Gesundheit- und Sozialwesen
  • Banken, Versicherungen, Finanzdienstleistungen
  • Institutionen der öffentlichen  Verwaltung (Ämter, Ministerien)
  • Unternehmen für Software/IoT-Entwicklung

Aufgrund der rasanten Entwicklungen in diesem Feld ist damit zu rechnen, dass der Grad und Umfang an Spezialisierungsmöglichkeiten in diesem Beruf weiter zunehmen wird.

Der Beruf IoT-Entwickler*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung eine Spezialisierung in Bereiche wie beispielsweise:

  • IoT-Anwendungsfelder:
    - Industrie 4.0
    - Smart Factories
    - Smart Homes
    - Smart Cities
    - Digital Farming
  • Betriebssysteme, Server, Plattformen
  • Netzprotokolle
  • Programmiersprachen
  • Data Science
  • IT-Consulting
  • Künstliche Intelligenz

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Blockchain Cloud Computing Data Mining IoT - Internet of Things Künstliche Intelligenz