FassbinderIn (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

Andere Bezeichnung(en): früher: BinderIn

 

Berufsbeschreibung

FassbinderInnen erzeugen und reparieren hauptsächlich Holzgefäße wie z. B. Fässer für die Wein-, Most, Spirituosen- und Bierlagerung, aber auch Holzkübel und Bottiche, Wäschetröge und Saunageschirr. Nach langer Lagerung und Trocknung des Holzes werden die Bretter zu Fassdauben geformt und in Eisenreifen eingepasst. Nach dem Biegen und Bereifen der  Dauben werden die Fässer noch nachbehandelt und auf Kundenwunsch mit kunstvollen Schnitzereien verziert.
FassbinderInnen bearbeiten Materialien wie Holz, Metalle und Kunststoffe auf unterschiedliche Weise (Messen, Schneiden, Biegen, Leimen, Nageln, Dübeln, Nieten etc.). Diese Tätigkeiten führen sie mit Handwerkzeugen und mit Maschinen der Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung durch. Sie arbeiten gemeinsam mit ihren KollegInnen in den Werkstätten von Binderbetrieben, bei der Montage von Großbehältern auch vor Ort bei ihren KundInnen.

FassbinderInnen fertigen und reparieren Fässer und Behälter unterschiedlichster Art und Ausführung aus Holz, Metall und Kunststoffen. Sie erzeugen Produkte der Kellereiwirtschaft. D. h. hauptsächlich Fässer für die Lagerung von Wein, Most, Spirituosen und Bier. Zum Teil produzieren sie auch Produkte der Geschirrbinderei, wie z. B. Holzkübel, Bottiche, Waschtröge und Saunageschirr. FassbinderInnen stellen weiters Souvenirartikel aus Holz (kleine Fässchen und Bottiche) sowie Bauern- und Gartenmöbel (vor allem Spezialmöbel für Heurigenlokale und Kellerstuben) her.

Für die Herstellung der gewölbten Behälter verwenden sie sogenannte  Dauben. Das Biegen der Hölzer wird durch Ausfeuern (hier wird ein Feuer im Inneren des Rumpfes entzündet) oder durch Kochen und Dämpfen erreicht. Nach der Herstellung müssen sie Zubehörteile, wie Hähne, Stutzen und Ventile einpassen und abdichten. Je nach Verwendungszweck werden die Innen- und Außenseiten der Gefäße und Behälter mit Kunststoffen, Harzen oder Lacken behandelt. Weitere Arbeitstechniken sind: Messen,  Anreißen, Aufreißen, Raspeln, Feilen, Bohren, Hobeln, Sägen, Fügen, Fräsen, Hämmern etc., wofür FassbinderInnen entsprechende Arbeitsmittel einsetzen.

FassbinderInnen verwenden für die Herstellung ihrer Produkte meist Harthölzer wie Eiche oder Akazie und Weichhölzer wie Fichte oder Tanne, außerdem werden Kunststoffe und Metalle (z. B. Metallreifen zum Zusammenhalten der Fassdauben) verwendet. Sie arbeiten mit Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitungsmaschinen (z. B. Bohr-, Säge-, Schleif-, Fräs- und Hobelmaschinen) und mit verschiedenen Handwerkzeugen und Hilfsmaterialien (Hämmer, Feilen, Handhobeln, Messer, Maßbänder, Schleifpapier, Nieten, Schrauben, Nägel usw.).

FassbinderInnen arbeiten gemeinsam mit ihren KollegInnen in Werkstätten des Fassbindergewerbes. Bei der Beratung, Montage oder beim Verkauf ihrer Erzeugnisse haben sie auch direkten Kontakt zu ihren KundInnen.

  • Skizzen, Werkzeichnungen und technische Unterlagen lesen und anwenden
  • Arbeitsabläufe planen und steuern, Arbeitsergebnisse beurteilen
  • Werk- und Hilfsstoffe fachgerecht auswählen, überprüfen, lagern und entsorgen
  • Werk- und Hilfsstoffe unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Normen und Sicherheitsstandards bearbeiten
  • Lehren (Modeln) herstellen
  • Gebinde herstellen, einrichten und aufstellen
  • Gebinde reinigen, warten und reparieren
  • Funktionsprüfung und Qualitätskontrolle durchführen
  • KundInnen beraten insbesondere über Gebindeformen in der Kellereiwirtschaft
  • Kleinbetriebe des Fassbindergewerbes

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Barriquefass Bördeln Dauben Gargel Spaltholz Streifen

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