Berufsfotograf*in (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 1/2 Jahre

Andere Bezeichnung(en): früher: Fotograf*in

English: Professional photographer

Berufsbeschreibung

Die Berufsbezeichnung für den Lehrberuf Fotograf*in wurde mit 1. Juni 2011 in Berufsfotograf*in geändert.

Berufsfotografinnen und -fotografen stellen digitale oder analoge Schwarzweiß- oder Farbfotografien von Personen, Gegenständen, Gebäuden, Landschaften usw. her. Sie besprechen ihre Aufträge mit den Auftraggeber*innen, entscheiden sich für den passenden Hintergrund, die Perspektive und gestalten das erforderliche Licht.
Beim Fotografieren verwenden sie unterschiedlichste Fotoapparate und diverses Zubehör wie Blitzlichter, Schirme, Reflektoren, Softboxen, Stative, Filter, Folien usw. Sie arbeiten die Bilder im Labor aus (Filmentwicklung) oder bearbeiten die digitalen Rohdaten mit entsprechender  Software am Computer.

Berufsfotografinnen und -fotografen erstellen Portraitfotos, Werbe- und Modefotos und dokumentieren für Zeitungen und Zeitschriften wichtige Ereignisse. Sie arbeiten in Fotostudios, Fotolabors oder im Fotofachhandel und in der Medienbranche und häufig als selbstständige Fotograf*innen. Je nach Aufgabengebiet arbeiten sie z. B. gemeinsam mit Berufskolleg*innen, Fotoredakteur*innen, Mediendesigner*innen oder Drucktechniker*innen.

"Ich habe mich für Fotografie entschieden, da ich gerne schöne Erinnerungen für die "Ewigkeit" festhalte. Außerdem sind in meinem Lehrberuf der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt, denn die Nachbearbeitung der Fotos gehört genauso zum Job wie das Fotografieren an sich."
Elisabeth Luft, Lehrling bei Frischauf-Bild GmbH, ibw Fotowettbewerb 2007

Berufsfotografinnen und -fotografen fertigen analoge oder digitale Schwarzweiß- oder Farbfotografien von Personen, Produkten, Architektur, Landschaften etc. an und dokumentieren aktuelle Ereignisse wie Sport- oder Kulturveranstaltungen. Die wichtigsten Arbeitsbereiche sind Porträtfotografie, Werbe-, Modefotografie und Pressefotografie, für die unterschiedliche Kameras (Kleinbild-, Mittelformat-, Vollformatkamera, Sofortbildkamera, digitale oder analoge Kameras), Blitzlichtanlagen und diverses Zubehör verwendet werden. Sie arbeiten dabei unter unterschiedlichen Lichtsituationen (Tageslicht, Kunstlicht, Mischlicht, Blitzlicht), die sie gekonnt für verschiedene Aufnahmen ausnutzen und gezielt gestalten, in Innenräumen und im Freien. Weitere wichtige Anwendungsbereiche sind Landschaftsfotografie, Architektur-, People- und Foodfotografie. Die Grenzen möglicher Anwendnungen setzt dabei lediglich die Fantasie der Fotograf*innen.

Der Ausdruck und die Wirkung eines Fotos sind von zahlreichen Faktoren wie Bildkomposition und Geschichte, die das Foto erzählt, Belichtung, Farben, Tiefenschärfe usw. abhängig, die der/die Fotograf*in gezielt steuert, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Dabei werden Bildausschnitte festgelegt, Blende, ISO-Wert und Belichtungsdauer eingestellt und Blitzlichter, Schirme, Softboxen oder Reflektoren zur Lichtgestaltung positioniert. Bei der Arbeit mit Modellen ist die richtige und aktive Kommunikation mit den Modellen eine zentrale Aufgabe.
Bei Shootings im Freien gehören - soweit es der/die Fotograf*in beeinflussen kann - die Wahl der geeigneten Location und der geeignete Aufnahmezeitpunkt zu den besonderen Herausforderungen, etwa um weiches Licht zu den Tagesrandzeiten oder härteres Licht bei Sonnenlicht zur Mittagszeit zu erzielen.

Sowohl für die Aufnahmen als auch für die Frage der Ausarbeitung beraten Berufsfotografinnen und -fotografen ihre Kund*innen und besprechen deren Bildvorstellungen. Nach der Aufnahme werden die besten Bilder ausgewählt und mit Bildbearbeitungstechniken digital oder analog weiterverarbeitet. Je nach Auftrag werden unterschiedliche Versionen (Ausschnitte, Dateiformate,  Auflösung) der Bilder generiert und entweder digital an die Kund*innen übermittelt, der Druck veranlasst oder die analoge Entwicklung durchgeführt. Berufsfotograf*innen, die die analoge Ausarbeitung selbst durchführen, entwickeln im Fotolabor mit Hilfe von verschiedenen  Chemikalien die Filme und stellen Vergrößerungen von den Negativen oder Diapositiva her.

BerufsfotografInnen pflegen, reinigen und warten ihr Fotokamera-Equipment regelmäßig. Durch die starke Zunahme der digitalen Fotografie gehört auch die richtige Datenablage und Datensicherung zu ihren regelmäßigen Aufgaben.

Kreativität, bildliches/räumliches Vorstellungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit sind Grundvoraussetzungen für Berufsfotograf*innen, um Ideen für Motive und Geschichten zu entwickeln und die Umsetzung mit den Auftraggeber*innen und Modellen zu besprechen. Für die Umsetzung ihrer "Kopfbilder" setzen Fotograf*innen eine Vielzahl an Werkzeugen ein:
Neben verschiedenen Arten von Kameras (digital und analog, Spiegelreflexkameras und spiegellose Kameras usw.) und unterschiedlichsten Objektiven (Festbrennweiten, Zoom-, Tele- und Weitwinkelobjektive, Makros und andere Spezialobjektive) setzen Berufsfotografinnen und -fotografen zahlreiche Hilfsmittel insb. zur Lichtgestaltung ein: von kleinen Systemblitzen bis zu großen Studioblitzen, Schirme, Reflektoren, Softboxen, Stative, Belichtungsmesser, Fernauslöser, Filter und Farbfolien usw.

Bei der Entwicklungsarbeit kommen Bildbearbeitungssoftware, Entwicklungsmaschinen und Foto-Printer mit entsprechendem Fotopapier zum Einsatz. In der traditionellen analogen Fotografie verwenden sie außerdem  Chemikalien, Entwicklungsbäder, Fixier- und Bleichbäder, Entwicklungszangen, Retuschiermesser und Trichter. Digitale Fotografie erfordert außerdem spezielle Speichermedien für die Datenablage und -sicherung (z. B. USB-Datenträger, Festplatten, Cloud-Dienste, digitale Speicherkarten).

Immer wichtiger wird es außerdem, die Arbeit ansprechend im Internet auf eigenen Webseiten und auf Social Media Plattformen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Berufsfotografinnen und -fotografen arbeiten je nach Aufgabengebiet in Studios, in Labors (Dunkelkammer), bei Außenaufnahmen im Freien oder vor Ort bei ihren Kund*innen (z. B. bei Hochzeiten, Jubiläumsfeiern und anderen Veranstaltungen) und in Verkaufsräumen. Sie arbeiten im Team mit Assistent*innen und mit Fotokaufleuten ( Foto- und Multimediakaufmann / Foto- und Multimediakauffrau (Lehrberuf)), mit Visagist*innen, Maskenbildner*innen (siehe Maskenbildner*in (Lehrberuf)), Fotomodels ( Fotomodell (m./w./d.), Mannequin / Dressman), Redakteur*innen, Mediendesigner*innen ( Medienfachmann / Medienfachfrau - Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf), Medienfachmann / Medienfachfrau - Agenturdienstleistungen (Lehrberuf)) oder Drucktechniker*innen ( Drucktechnik (Lehrberuf)).

Berufsfotograf*innen müssen mobil sein, weil ihre Fotolocations häufig wechseln, zum Teil sind sie auch international für Reportagen unterwegs. Außerdem verbringen sie bei der Ausarbeitung ihrer Fotos viel Zeit hinter Computerbildschirmen. Bei Shootings z. B. bei Veranstaltungen oder Hochzeiten ist außerdem Nacht- und Wochenendarbeit erforderlich.

  • gewünschte Aufnahmen besprechen und konzipieren
  • Bildideen umsetzen: Arrangement, Hintergrund, Lichtsetzung, Blickwinkel
  • Aufnahmen erstellen: Belichtungsmessung, Farbtemperaturmessung
  • im Fotolabor: Fotochemikalien ansetzen
  • Negativ- oder Diafilme entwickeln, Positiva, Vergrößerungen, Duplikate, Fotomontagen herstellen
  • Fotografien retuschieren und tonen, Fotografien auf Platten ("Kaschieren") aufziehen
  • analoge Fotografien digitalisieren bzw. digitale Bilder bearbeiten
  • digitale Korrekturen (Farbton, Belichtung, Schärfe) vornehmen
  • digitale Bilder in gewünschte Versionen an Kund*innen übermitteln
  • fallweise Videoaufzeichnungen herstellen
  • Equipment reinigen und pflegen
  • Fotostudios
  • Tageszeitungen und andere Druckmedien (z. B. Magazine)
  • Eventveranstalter
  • viele Berufsfotograf*innen sind selbstständig tätig

Der Beruf Berufsfotograf*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Architektur- und Gebäudefotografie
  • Veranstaltungsfotografie (Konzerte, Events, Sport)
  • persönliche/r Fotograf*in von öffentlichen Personen (z. B. Politiker*innen)
  • Modefotografie
  • Fotografie für  Werbung und Marketing
  • Künstlerische Fotografie
  • Social Media-Marketing (insb.  Instagram, Blogs)
  • Fotojournalismus (Fotostrecken, Fotoreportagen)
  • Verkauf und Verleih von Fotokameras und -Zubehör
  • Entwicklung und Ausarbeitung von Fotos
  • Abhalten von Fotografie-Kursen
  • Videoproduktion
  • Digitale  Bildbearbeitung und -gestaltung

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

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