BallistikerIn

Berufsbeschreibung

BallistikerInnen sind ExpertInnen für Schusswaffen und die aus einer Waffe abgeschossenen Projektile. Sie arbeiten vorwiegend als KriminaltechnikerInnen im Polizei- und Kriminaldienst im Bereich Verbrechensaufklärung und Verbrechensrekonstruktion, aber auch beim Militär, an Universitäten oder in physikalischen Test- und Entwicklungslabors von Unternehmen der Waffenindustrie. BallistikerInnen können anhand eines Einschusses genau berechnen und rekonstruieren, aus welcher Entfernung, mit welchem Einschusswinkel und mit welcher Waffe (bzw. mit welchem  Kaliber) ein Projektil abgeschossen wurde. Sie arbeiten im Team mit BerufskollegInnen und SpezialistInnen aus kriminaldienstlichen, militärischen oder technisch/naturwissenschaftlichen Bereichen zusammen.

Die  Ballistik (von griech. = werfen) ist ein Teilbereich der Physik und beschreibt die Flugbahn eines durch den Raum geschossenen Flugkörpers (z. B. Projektil, Geschoss, Rakete). BallistikerInnen befassen sich insbesondere mit Vorgängen von aus einer Waffe verschossenen Projektilen, wie z. B. Vorgänge im  Lauf- und Patronenlager beim Abschuss des Projektils, Vorgänge während des Fluges am Projektil sowie die Wirkung eines Projektils im Einschussort. Dementsprechend sind die Methoden und Kenntnisse der BallistikerInnen vor allem im Rahmen von Verbrechensaufklärung in der  Kriminaltechnik von großer Bedeutung, da dadurch, z. B. im Falle eines Mordes, am Tatort genau rekonstruiert werden kann, aus welcher Entfernung, von welcher Stelle aus, und mit welcher Waffe bzw. mit welchem  Kaliber, ein Schuss abgefeuert wurde. An den Schusswaffen selbst können die BallistikerInnen anhand von Rauchspuren feststellen, wann eine Waffe zuletzt benutzt wurde.

Abgesehen vom kriminaldienstlichen Bereich ( Kriminaltechnik) arbeiten BallistikerInnen auch beim Militär sowie in Forschung und Entwicklung an Universitäten oder bei Unternehmen der Waffenindustrie.
Gemeinsam mit ExpertInnen der Pyrotechnik, Sprengstofftechnik und Sprengstoffchemie untersuchen sie z. B. die Zusammenhänge zwischen Geschoss, Ladung und Schussvorrichtung. Dabei führen sie verschiedene Messungen, Tests und  Experimente durch, erheben technische Daten, werten sie aus und erstellen Forschungsberichte und Studien.

BallistikerInnen arbeiten mit Schusswaffen und Projektilen aller Art, wie z. B. Pistolen, Jagdgewehren, Sportgewehren, aber auch mit Kanonen, Vorrichtungen zur Raketenabfeuerung etc. Dabei hantieren sie mit Munitionspulver, Sprengstoff und anderen  Chemikalien. Sie lesen und verwenden technisch/physikalische und chemische Unterlagen, Fachjournale, Fachbücher und Handlexika, führen Datenbanken und erstellen Protokolle, Berichte und Analysen.

BallistikerInnen arbeiten in Forschungs- und Testlaboratorien, auf militärischen Testgeländen oder im kriminaldienstlichen Bereich am Tatort von Verbrechen, wo sie genaue Messungen anhand von Einschussspuren durchführen. Sie arbeiten im Team mit wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, AssistentInnen und SpezialistInnen verschiedener technisch/naturwissenschaftlicher Bereiche, siehe z. B.: Kriminalbeamter/Kriminalbeamtin, ForensikerIn (SpurensicherungsexpertIn), GerichtsmedizinerIn, ChemikerIn, WaffenbautechnikerIn, PyrotechnikerIn.

  • ballistische Studien, Tests und  Experimente in Labors durchführen
  • ballistische Analysen und Rekonstruktionen durchführen
  • Flugbahn, Einschusswinkel und Einschusswirkung von abgeschossenen Projektilen berechnen
  • Untersuchungen an Feuerwaffen, wie z. B. Pistolen oder Gewehren, durchführen
  • Rauchspuren identifizieren; feststellen, wann eine Waffe zuletzt abgefeuert wurde
  • wissenschaftlich/technische Unterlagen, Dokumente, Archive und Datenbanken führen
  • Berichte und Analysen erstellen
  • Polizei, Kriminaldienst
  • Militär
  • Universitäten, wissenschaftliche Institute
  • Forschungs- und Entwicklungslabors von Betrieben der Waffenherstellung

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 ABC-Waffen Bagatelldelikt Ballistik Exekutivdienst Fingerprint Forensik Kriminalistik Kriminaltechnik Kriminologie