Druckt das Thema aus. Fügt die Seite zu ihren Favoriten in My BIC.at hinzu.
   Drucken  

Thema Selbstständigkeit

Allgemeine Informationen

Soll ich – soll ich nicht? Diese Frage bleibt denjenigen, die den Weg in die Selbstständigkeit überlegen, nicht erspart. Viele Faktoren müssen in die Überlegungen miteinbezogen und sorgfältig abgewogen werden.


1 Am Anfang steht ...

eine geniale Idee, ein hochwertiges Produkt, eine einmalige Dienstleistung, die Chance am Markt zu bestehen und der Wunsch sein eigener Chef / seine eigene Chefin zu sein!


2 Planung

Arten der Selbstständigkeit

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich Selbstständig zu machen:

  • Gründung eines Einzelunternehmens oder einer Gesellschaft
  • Möglichkeit der Franchise-Nahme
  • nebenberufliche Unternehmenstätigkeit
  • Übernahme eines bestehenden Betriebes

Konzept

Das Konzept dient der konkreten Ausarbeitung der Geschäftsidee. Alle Fragestellungen, die für das zukünftige Unternehmen von Bedeutung sind, sollen schriftlich ausgearbeitet werden. Zum Beispiel:

  • Was genau ist mein Produkt, meine Dienstleistung, mein Angebot?
  • Wer sind meine KundInnen?
  • Wie sieht meine Preisgestaltung aus?
  • Wer sind meine MitbewerberInnen?
  • Wie viel Kapital benötige ich?
  • Habe ich bereits einen passenden Standort gefunden?
  • Mit welchen LieferantInnen will ich zusammenarbeiten?
  • Welche Rechtsvorschriften bzw. Behördenwege erwarten mich?
  • Was will das Finanzamt von mir?
  • Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

3 Beratung


4 Weitere Informationen

Ausführliche und aktuelle Informationen zum Gewerberecht erhalten Sie bei der Wirtschaftskammer Österreich >> Wirtschaftsrecht >> Gewerbeordnung.

Es ist besonders wichtig die Zahlungsfähigkeit in den ersten Monaten sicherzustellen und zwar solange, bis erste Zahlungen der KundInnen eingehen. Unternehmens- oder SteuerberaterInnen helfen Ihnen bei der Planung.

Ist Fremdkapital notwendig, dann reicht die Palette vom herkömmlichen Bankkredit über die Möglichkeit, sich mit Beteiligungs-Finanzierungsgesellschaften in Verbindung zu setzen bis zu Förderungen vom Bund, von den Ländern, aber auch von der Wirtschaftskammer, die unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden können.

Nicht gleich bei der erstbesten Gelegenheit zuschlagen, sondern immer mehrere Alternativen in Betracht ziehen und die Vor- und Nachteile vergleichen. Vergessen Sie nicht, dass es eine Vielzahl von rechtlichen Vorschriften - insbesondere bei Produktionsbetrieben – zu beachten gilt. Eine interessante Alternative sind auch die so genannten Gründerzentren: Sie bieten an ausgesuchten Standorten Büro- und Lagerflächen für GründerInnen an. Das kann Ihnen gerade in der Startphase wichtige Infrastruktur- und Synergievorteile bringen.

Die Auswahl der Rechtsform sollte nach dem Kriterium der geringsten Nachteile erfolgen. Die Wahl zwischen Einzelunternehmen oder Gesellschaft ist abhängig von der Anzahl der Personen, die das Unternehmen leiten werden, von der Höhe des Startkapitals und der Haftungsfrage.

  • Beim Gründer-Service der Wirtschaftskammer

gibt es nicht nur die wichtige Neugründer-Bestätigung (NEUFÖG) der Wirtschaftskammer für den Wegfall aller staatlichen Gründungskosten, sondern auch fundierte Beratung in allen unternehmerischen Fragen: von der Wahl des richtigen Gewerbes über Auskünfte zu Befähigungsnachweisen und Nachsichten bis zum fertigen Unternehmenskonzept und zur Vorbereitung einer Unternehmensübernahme.

Zu klären ist auch, ob eine Eintragung ins Firmenbuch vorzunehmen ist. Einzelunternehmen sind einzutragen, wenn sie der Rechnungslegungspflicht unterliegen, Gesellschaften müssen sich immer eintragen lassen. Vorher müssen in Gesellschaftsverträgen u. a. Zuständigkeiten, Verantwortungsbereiche und Ansprüche aller Beteiligten an die Gesellschaft geregelt werden. Hilfestellungen bieten RechtsanwältInnen oder NotarInnen.

Gewerbeschein und Gewerbebehörde

Der Gewerbeschein ist die Bestätigung für die Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit bei der zuständigen Gewerbebehörde. Grundsätzlich ist diese Anmeldung für jede gewerbliche Tätigkeit erforderlich und erfolgt durch ein formloses Schreiben. Es ist allerdings von der Art des Gewerbes abhängig, ob es sich dabei um einen rein formalen Akt handelt, oder zusätzlich Befähigungsnachweise (siehe unten) erbracht werden müssen. Die zuständige Gewerbebehörde ist in der Regel die Bezirksverwaltungsbehörde. In einigen Fällen kann das auch der Landeshauptmann oder der Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten sein.

Sozialversicherung

Nach Anmeldung bei der Gewerbebehörde muss innerhalb von zwei Wochen die Anzeige des Gewerbes bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft erfolgen!

Die Gewerbebehörde leitet automatisch die Anmeldung an die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft und an die Wirtschaftskammer weiter.

Die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt durch eine kurze formlose Mitteilung (Inhalt: Tatsache der Eröffnung des Gewerbebetriebes und der Standort) während des ersten Monats ab der Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit. Sobald das Finanzamt über die Betriebsgründung informiert ist, teilt es dem Unternehmen eine Steuernummer zu. Gleichzeitig übermittelt das Finanzamt einen Betriebseröffnungsbogen, der am besten mit einer/einem SteuerberaterIn ausgefüllt wird.

Die Buchführungsunterlagen bilden die Grundlage für die Steuerbemessung. Sie dienen auch dem Gläubigerschutz sowie der Planung und Steuerung des Betriebsgeschehens. Die Gewinnermittlung kann grundsätzlich durch Betriebsvermögensvergleich (doppelte Buchführung: Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) oder durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermittelt werden. Auch hier ist die Beratung durch eine/einen SteuerberaterIn zweckmäßig.

(Quelle: www.gruenderservice.net)

  • Österreichische Staatsbürgerschaft bzw. EWR-(EU) Staatsangehörigkeit; Nicht-EWR-Angehörige benötigen eine Aufenthaltsbewilligung, die eine Erwerbstätigkeit gestattet
  • Volljährigkeit (Mindestalter 18 Jahre)
  • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgelehntes Konkursverfahren mangels Masse, Finanzstrafdelikte, gerichtliche Verurteilungen)
  • allenfalls eine Betriebsanlagengenehmigung
  • allenfalls Befähigungsnachweis

(Quelle: BMWA)


Befähigungsnachweis und Gewerbearten

In Abhängigkeit von der Art des Gewerbes, müssen unterschiedliche Befähigungsnachweise erbracht werden. Prinzipiell unterscheidet man folgende Gewerbe:

  • Reglementierte Gewerbe: für diese ist ein Befähigungsnachweis erforderlich. Bei den reglementierten Gewerben wird unterschieden in:

    • Handwerk:
      Der vorrangige Befähigungsnachweis für das Handwerk ist eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung. Auch der Abschluss einer für das jeweilige Handwerk einschlägigen Schule (z. B. HTL, Werkmeisterschule ) bzw. Hochschule (Fachhochschule, Universität etc.) in Verbindung mit unterschiedlich langen Praxiszeiten kann als Berechtigungsnachweis gelten.

      Beispiel: BäckerIn, TischlerIn

    • Sonstige reglementierte Gewerbe:
      Je nach Gewerbe sind unterschiedliche Befähigungsnachweise wie z. B. Praxiszeiten, Ausbildungen, bestimmte Prüfungen etc. vorgeschrieben.

      Beispiel: Gastgewerbe, Kosmetik, Fotograf, Fußpflege

    • Rechtskraftgewerbe (Zuverlässigkeitsgewerbe):
      Die Ausübung dieser Gewerbe ist mit besonderer Verantwortung gegenüber anderen Personen verbunden. Zusätzlich zum jeweiligen Befähigungsnachweis ist deshalb ein rechtskräftiger Bescheid über die Zuverlässigkeit der Person erforderlich.

      Beispiel: Baumeister, Herstellung und Großhandel von Arzneimitteln, Reisebüros, Vermögensberatung, Waffengewerbe, Sicherheitsgewerbe

  • Teilgewerbe: dabei handelt es sich um Teiltätigkeiten eines reglementierten Gewerbes, für die im Vergleich zum reglementierten Gewerbe ein geringerer Befähigungsnachweis zu erbringen ist: z. B. Lehrabschlussprüfung, fachliche Tätigkeit oder einschlägige Schule bzw. Lehrgang.

    Beispiele: Änderungsschneiderei, Fahrradtechnik, Friedhofsgärtnerei

  • Freie Gewerbe: für diese ist kein Befähigungsnachweis erforderlich. Sofern die allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Gewerbe einfach angemeldet werden.

    Bespiele: Handel, Werbung, Fitnessstudio

Freie Berufe: So genannte Freie Berufe sind selbstständige Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker/in und ander Künstlerberufe). Für sie gelten eigene Rechtsvorschriften.

Auch die selbstständige Berufsausübung in der Land- und Forstwirtschaft unterliegt nicht der Gewerbeordnung

Wirtschaftskammer Österreich
Auf Facebook mitteilen.
Auf Twitter mitteilen.
Auf Google + mitteilen.
Facebook  Twitter  Google +
Feedback | Impressum