TiefbauspezialistIn - Baumaschinenbetrieb (Lehrberuf) - Lehrzeit: 4 Jahre

Berufsbeschreibung


Die Ausbildung im Lehrberuf TiefbauspezialistIn mit Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb ist ab 1. Jänner 2020 möglich.

Der Tiefbau umfasst Bauprojekte wie den Straßenbau, Brückenbau, Tunnelbau, Kanalbau, Wasserbau oder den Bau von Eisenbahnstrecken. Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb arbeiten dabei vor allem in und an unterschiedlichsten Baumaschinen wie z. B. diverse Bagger, Kräne, Kettenlader, Walzen, Stapler. Bei Beginn ihrer Arbeiten lesen sie Baupläne und -skizzen, vermessen das Gelände, richten die Baustelle ein und sichern sie ab, bereiten den Untergrund vor und entladen Baumaschinen und machen sie betriebsbereit. Mit den Baumaschinen heben sie Gruben und Künetten aus, stellen Untergründe und Fundamente her und Wände, Mauerwerkteile, Straßendecken, Schüttungen, Böschungen samt Befestigungen. Sie führen Betonierarbeiten aus (z. B. die Herstellung von  Schalungen,  Beton und Stahlbetonbauteilen), verlegen Kabel- und Rohrleitungen in der Erde und versetzen Fertigbauteile. Neben den Baumaschinen verwenden sie dabei u. a. Schaufeln, Hacken, Hydraulikhämmer und Bohrmaschinen.

Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten arbeiten für kleine, mittlere und große Baubetriebe des Tiefbaues auf unterschiedlichen Baustellen. Sie arbeiten im Team mit PlanerInnen, VorarbeiterInnen, PolierInnen, Berufskolleginnen und -kollegen und verschiedenen Fach- und Hilfskräften aus anderen Bereichen des Bauwesens, wie z. B. BetonbauerInnen, aber auch mit BaumaschinentechnikerInnen.


Zu den Bauwerken des Tiefbaus zählen Straßen, Brücken, Tunnels, Eisenbahngleise und -schienen, Abwasserkanäle und dergleichen mehr. TiefbauspezialistInnen mit Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb sind auf die Bedienung von Tiefbaumaschinen, die im Tiefbau zum Einsatz kommen, spezialisiert. Sie arbeiten auf den Baustellen vor Ort wo sie Tiefbaumaschinen wie z. B. Bagger, Walzen, Planierraupen und Asphaltiermaschinen, Mischwerke, Rüttelplatten, Laderaupen, Radlader, Rohrverleger, Kräne, Hubstapler, Hebebühnen sowie Abbruchbagger, Abrissmaschinen,  Fahrmischer oder Betonpumpen steuern und bedienen.

Vor Beginn ihrer Arbeit sichern sie die Baustelle ab indem sie Absperrungen und Zäune aufstellen und Überwachungskameras sowie Signal- und Funkanlagen aufbauen. Sie helfen bei der Anlieferung und Aufstellung der Tiefbaumaschinen und sorgen für deren sachgerechte Inbetriebnahme: sie schließen die Maschinen an die Strom- und Wasserversorgung an, befüllen die Maschinen mit Treibstoffen wie Benzin oder Diesel sowie mit Motoröl und Kühlflüssigkeit und kontrollieren die Betriebssicherheit und Funktionstüchtigkeit.

Je nach Aufgabenstellung und Bauprojekt führen TiefbauspezialistInnen für Baumaschinenbetrieb z. B. Erdbewegungsarbeiten mit Baggern durch (Baugruben, Kanäle, Fundamente ausheben); mit Walzen und Planierraupen befestigen und asphaltieren sie Untergründe; mit Kränen, Hubstapler oder Hebebühnen tansportieren sie Bauteile zum Einsatzort; mit Abbruchbaggern reißen sie alte oder schadhafte Bauwerke ab.

Im Straßen- und Verkehrswegebau bedienen sie Baumaschinen zur Herstellung von Straßenoberflächen aus  Beton, Asphalt oder Mischgut. Im Tunnel- und Kanalbau bedienen sie Baumaschinen zum Ausheben von Erde und Gestein sowie zum Verlegen von Tunnel- oder Kanalbauteilen aus  Beton und  Stahlbeton. Bei allen Arbeiten ist die Beachtung der Sicherheitsvorschriften und Auflagen bezüglich Arbeitsschutz, Unfallverhütung und Umweltschutz wichtig.

TiefbauspezialistInnen für Baumaschinenbetrieb arbeiten mit BerufskollegInnen unter Anleitung von Vorgesetzten und ExpertInnen. Am Ende des Arbeitstages stellen sie die Tiefbaumaschinen und -geräte sachgerecht ab. Sie führen technische Dokumentationen und warten und reinigen die Maschinen, Werkzeuge und Geräte mit denen sie arbeiten.

Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb bedienen, reinigen und warten die unterschiedlichsten Tiefbaumaschinen wie z. B. unterschiedlichste Bagger, diverse Walzen und Planierraupen, Mischwerke, Rüttelplatten, Laderaupen, Radlader, Umschlaggeräte, Rohrverleger, Kräne und Ladekräne, Asphaltiermaschinen, Hubstapler, Teleskopstapler, Hebebühnen, Abbruchbagger und andere Abrissmaschinen,  Fahrmischer, verschiedene Betonpumpen usw.

Sie verwenden Werkzeuge, Geräte und kleinere Maschinen wie z. B. Schaufeln, Hacken, Sägen, Schweißgeräte, Trennscheiben, Presslufthämmer, Gesteinsbohrhämmer, Hydraulikhämmer, Bohrmaschinen, Betonmischmaschinen, Kompressoren sowie Gerüste und Anlagen zur Materialbeförderung (z. B Schrägaufzüge, Seilwinden). Zu den Materialien, mit denen sie arbeiten gehören beispielsweise Erde, Gestein,  Beton, Asphalt,  Bitumen, Holz, Stahl, Ziegel, Sand, Schotter.

Für die Steuerung von Baumaschinen und -geräten, für Vermessungs- und Kontrollarbeiten sowie zur Baudokumentation werden zunehmend digitale Tools und Messgeräte sowie spezielle Handhelds mit entsprechender  Software eingesetzt (insb. elektronisches Datenmanagement, EDM), die Hochbauspezialistinnen und -spezialisten bedienen müssen. Abhängig von der jeweiligen Tätigkeit tragen sie außerdem Schutzbekleidung, Helme und Sicherheitsschuhe und bei bestimmten Arbeiten Schutzbrillen.

Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten im Schwerpunkt Baumaschinenbetrieb arbeiten für Tiefbauunternehmen an wechselnden Arbeitsorten auf Baustellen. Sie arbeiten vorwiegend in und an unterschiedlichsten Baumaschinen und sind dabei bei verschiedenen Witterungsverhältnissen wie Hitze, Nässe, Kälte, Wind tätig sowie Staub und Lärm ausgesetzt. Im Rahmen von Sprengarbeiten (insbesondere im Tunnelbau) ist besondere Vorsicht geboten, außerdem ist Trittsicherheit eine wichtige Eigenschaft.

Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten arbeiten auf Baustellen im Team mit Vorgesetzten (VorarbeiterInnen, PolierInnen, BauleiterInnen und BaumeisterInnen), mit Berufskolleginnen und -kollegen und mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften (siehe z. B. Betonbau (Lehrberuf), BetonbauspezialistIn (Lehrberuf), Hochbau (Lehrberuf), HochbauspezialistIn (Lehrberuf), Gleisbautechnik (Lehrberuf), BautechnikerIn, AsphaltiererIn), aber auch mit VerkehrsplanerInnen und anderen PlanerInnen. Bei ihrer Arbeit mit Baumaschinen haben sie außerdem Kontakt zu BaumaschinentechnikerInnen (siehe Land- und Baumaschinentechnik - Baumaschinen (Lehrberuf)), die die Maschinen reparieren und servicieren

Wie in den meisten Bauberufen ist auch für Tiefbauspezialistinnen und -spezialisten eine gewisse Mobilität erforderlich, weil sich Baustellen meist an unterschiedlichen Orten befinden und auch weiter vom Betriebsstandort oder dem eigenen Wohnort entfernt sein können.

  • Planvorgaben (Lage, Höhe, Material) unter Einbeziehung moderner Vermessungstechnik in die Natur umsetzen
  • Lohn-, Geräte- und Materialeinsatz berechnen
  • Baustellen einrichten und absichern, Vorleistungen prüfen und dokumentieren
  • einfaches Gelände vermessen und Vermessungsarbeiten fachgerecht dokumentieren
  • Baugruben, Künetten und  Flachgründungen herstellen
  • Schalungen (z. B. konventionelle  Schalungen, Systemschalungen) für Bauteile aus  Beton und  Stahlbeton herstellen
  • Bauteile, Bauwerksteile und Bauwerken (z. B. Straßen-, Kanal- und Kläranlagen) herstellen und adaptieren
  • Beton- und Stahlbetonbauteile instandhalten und sanieren
  • Schüttungen verdichten und Böschungen und Böschungssicherungen herstellen
  • Baumaschinen warten und pflegen sowie Pannen oder Schäden an Baumaschinen erkennen und beurteilen
  • Fahrbereitschaft, Betriebssicherheit und Verkehrssicherheit von Baumaschinen prüfen und feststellen
  • Bauunternehmen im Bereich Tiefbau (Straßen-, Brücken-, Tunnel-, Gleis-, Kanal- und Wasserbau)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Beton Bitumen entgraten Fahrmischer Flachgründungen Künette Schalungen Spritzbeton Stahlbeton Transportbeton

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